Nach zwölf Pflichtspielsiegen in Serie hat es nun auch die Zweitregionalliga-Herren von Citybasket erwischt – und zwar zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Im Spitzenspiel gegen den TV Gerthe konnten Lennard Kaprolat (Foto) und seine Mitstreiter nicht ihre Topform abrufen und unterlagen deutlich mit 67:85 (33:45). Die Tabellenführung wechselt damit aufgrund des direkten Vergleichs zu den nun punktgleichen Bochumern.
Trotz voller Tribüne und einem aus der Siegesserie gestärktem Selbstvertrauen zeichnete sich bereits zu Beginn ab, dass dies nicht der Tag der Gastgeber werden sollte. Zwar sorgte Lavon Hightower per Dunking und von der Freiwurflinie für eine 6:3-Führung, doch danach übernahm Gerthe. Insbesondere Gabriel Gyamfi scorte im ersten Abschnitt für die Bochumer, während für Citybasket der Korb wie vernagelt schien. Freie Würfe, insbesondere aus der Distanz, gab es reichlich, doch getroffen wurden sie mit einer Ausnahme nicht. So ging man folgerichtig mit 15:25 iu die Viertelpause.
Der zweite Abschnitt verlief ausgeglichen, brachte jedoch aufseiten der Recklinghäuser keine signifikante Verbesserung in der Wurfausbeute – womit auch die erhoffte Aufholjagd ausfiel. Citybasket gelang es zudem nicht, seinen Topscorer Hightower in Szene zu setzen, der allerdings auch mit Zähnen, Klauen und der einen oder anderen Ringkampfeinlage verteidigt wurde. Immerhin brachte Lennard Kaprolat kurz vor der Pause mit einem erfolgreichen Dreier den Rückstand in den einstelligen Bereich, was aber keinen Bestand haben sollte. Denn nur wenig später wurde dem Gast ein Dreier von Christopher Dahm gutgeschrieben, obwohl der Ball nach dem ersten Abprallen vom Ring die 24-Sekunden-Anzeige touchiert hatte, bevor er im Korb landete. Damit ging es für die Hausherren mit einem Zwölf-Punkte-Defizit in die Kabine.
Dort fand der Trainer dann offenbar die richtigen Mittel, um sein Team wieder in die Spur zu bringen – denn Citybasket kehrte deutlich agiler auf den Court zurück. Insbesondere Martin Stefanov stand nun auf dem Gaspedal: Er verwandelte zunächst einen Freiwurf und schenkte den Gästen dann in weniger als zwei Minuten drei Dreier hintereinander ein – 45:47 ! Das Momentum war wieder zurück, die Heimfans auf der Tribüne ebenfalls – so konnte es weitergehen. Tatsächlich schafften es die Recklinghäuser auf der Basis einer starken Verteidigungsleistung, nun auch noch die Führung zu übernehmen. Marius Behr stellte von der Linie auf 55:51 (18.) und Lavon Hightower machte ebenfalls mit Freiwürfen sicher, dass sein Team eine 60:58-Führung mit ins letzte Viertel nahm.
Die Fans beider Lager stellten sich auf eine packende Crunchtime ein – doch daraus sollte nichts werden. Citybasket schien mit der Aufholjagd sein Pulver bereits verschossen zu haben und kassierte gleich zu Beginn des Schlussabschnitts einen 0:11-Lauf. Trotz insgesamt dreier Auszeiten von Coach Hüsken in diesem Viertel setzte sich Gerthe immer weiter ab, woran Tarik Dixon den Hauptanteil hatte. Er erzielte allein im letzten Vietel 19 Punkte und brachte sein Team damit endgültig auf die Siegerstraße – während die Hausherren nichts mehr entgegenzusetzen hatten.
„Zehn Minuten reichen nicht“, lautete das Fazit eines enttäuschten Trainers nach der ersten Niederlage. Nur im dritten Viertel hatten seine Schützlinge die Vorgaben umsetzen können; in den drei anderen Abschnitten wurde weder offensiv noch defensiv das Spielkonzept aufs Parkett gebracht. Die erhoffte Vorentscheidung im Titelkampf fiel damit aus – und das Meisterschaftsrennen zwischen diesen beiden Kontrahenten wird sich voraussichtlich bis zum Saisonsende fortsetzen.
Citybasket: Petronic, Hightower 12, Gröne 2, Bruns 5/1, Fürst, Stefanov 14/3, Spettmann 2, Schröder 2, Benr 5, Erkkilä 5/1, Verhülsdonk 6, Kaprolat 14/1
Fotos Harald Hawranke: 1 Lavon Hightower, 2 Martin Stefanov, 3 Leevi Erkkilä, 4 Luka Petronic, 5 Kiki Bruns, 6 Tribüne
Nächstes Spiel: Citybasket – BBA Hagen II (Samstag, 10. Januar, 19;30 Uhr, Vestische Arena)







