Als die Schlusssirene ertönte, herrschte am Sonntagabend bei den Metropol Baskets Ruhr das blanke Entsetzen. Die schon sicher geglaubte Rückkehr in die U19-Bundesliga nach einjähriger Abstinenz glitt der Ruhrgebiets-Auswahl völlig unerwartet noch aus den Händen.
Als hoher Favorit, der seine ersten beiden Turnierspiele gewonnen hatte, ging Metropol in der Wulfener Gesamtschulhalle ins letzte Spiel gegen die Young Gladiators Trier, die ihrerseits keine realistische Chance auf die NBBL-Qualifikation mehr besaßen. Doch die Nerven spielten der neuformierten Metropol-Auswahl einen Streich, in der Schlussphase gaben die Gastgeber eine 72:62-Führung noch aus der Hand und unterlagen Trier mit 80:83 (43:43). Jubelnder Dritter waren die Young Rasta Dragons aus Quakenbrück, die Dank der Trierer Schützenhilfe ihren NBBL-Abstieg doch noch abwenden konnten.
An Tag 1 in Wulfen stellte sich schnell heraus, wer die Favoriten auf den Sieg der Qualifikationsgruppe A sein würden. Im ersten Spiel hatte Gastgeber Metropol lange Probleme mit der BBA Hagen, setzte sich aber verdient 87:66 (44:37) durch. Hagen sollte am Ende sieglos aus der Qualifikation gehen. In Spiel zwei am Samstag zerlegte der Nachwuchs aus dem Artland die jungen Gladiatoren aus der ältesten Stadt Deutschlands. Zur Pause führten die Niedersachsen bereits 56:26, am Ende hieß es 93:64 gegen Trier. Damit stand früh fest, dass das vermeintliche Finale um den freien Platz in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) am Sonntagmittag zwischen Metropol und den Young Rasta Dragons ausgespielt würde. Und hätte in Spiel 1 am Sonntag die BBA Hagen nicht nach Verlängerung mit 81:82 (75:75, 32:29) gegen Trier verloren – das Spiel zwischen Metropol und Quakenbrück wäre ein echtes Finale gewesen.
In einem umkämpften Spiel, in der die Verteidigung ganz oben stand, startete Metropol schwach und lag gleich in Rückstand. Bis zur Pause hatte sich die Mannschaft von Trainer Joao Pacheco wieder auf 28:29 herangekämpft, um dann in Halbzeit zwei die Führung zu übernehmen. In einem dramatischen Finale gewann MBR letztlich 59:53 (28:29) und wähnte sich schon am ersehnten Ziel. Die enttäuschten Quakenbrücker mühten sich im Anschluss zu einem 77:70 (40:42) gegen die BBA Hagen, um noch die theoretische Chance auf den NBBL-Platz zu wahren. Dazu bedurfte es im allerletzten Turnierspiel aber eine Metropol-Niederlage gegen bereits ausgeschiedene Trierer. Und was niemand für möglich gehalten hatte, trat ein: Die Nerven machten der jungen Ruhrgebiets-Auswahl einen Strich durch die Rechnung. Zwar machten sie den Fehlstart gegen Trier schnell wett und führten zur Pause 43:34, doch Trier blieb immer auf Tuchfühlung. Ihre 72:62-Führung nach 33 Minuten brachten die Gastgeber nicht ins Ziel, obwohl 300 Zuschauer ihnen lautstark den Rücken stärkten. Als das 80:83 feststand, flossen Metropol-Tränen in Strömen. Und Quakenbrück jubelte ausgelassen, Trier bracht die Young Rasta Dragons zurück in die NBBL.
„Trotz dieses bitteren Endes bin ich unglaublich stolz auf meine Mannschaft“, sagte Joao Pacheco nach der Partie. Die Verarbeitung der verpassten NBBL-Qualifikation wird aber bei Trainer und Spielern noch einige Tage dauern.
Metropol: Finn Schmelzer (3 Punkte gegen Hagen / 11 Punkte gegen Artland / 8 Punkte gegen Trier; BC Langendreer), Marco Gluch (27/10/37, LippeBaskets Werne), Silas Kiebel (6/6/3, Ruhrbaskets Oberhausen), Felix Grund (0/0/0, ATV Haltern), Olsian Kulicaj (0/4/0, Citybasket Recklinghausen), Kjell Lehmann (3/3/0, LippeBaskets Werne), Maximilian Bölhauve (38/18/27, GV Waltrop), Neo Scholz (0/2/2, VfL AstroStars Bochum), Simon Roters (0/0/1, VfL AstroStars Bochum), Junes Matuschowski (3/3/2, Citybasket Recklinghausen), Jona Strunk (3/0/0, Citybasket Recklinghausen), Klaas Schröder (4/2/0, Citybasket Recklinghausen), Jonas Mackewicz (ATV Haltern), Marc Dahlhoff (krank, ATV Haltern), Adel Halilbasic (verletzt, Citybasket Recklinghausen).
Ergebnisse:
Metropol Baskets Ruhr – BBA Hagen 87:66
Young Rasta Dragons – Young Gladiators Trier 93:64
Uhr Young Gladiators Trier – BBA Hagen 81_82 n.V.
Metropol Baskets Ruhr – Young Rasta Dragons 59:53
BBA Hagen – Young Rasta Dragons 70:77
17:00 Uhr Metropol Baskets Ruhr – Young Gladiators Trier 80:83

